Die Schwerpunkte
der Arbeit von Pflegeeinrichtungen haben sich in den vergangenen Wochen
verändert. Die Einrichtungen und Dienste im Bereich der Pflege leisten in der
jetzigen Situation viel zusätzliches, um die Coronakrise zu bewältigen. Dennoch
sind Themen die im letzten Jahr bereits angestoßen wurden, wie beispielsweise
die Einrichtung einer internetbasierten Pflegeplatzbörse, auch heute noch
aktuell.
Der 1.
Kreisbeigeordnete Michael Mahlert und die zuständige Fachabteilung in der
Kreisverwaltung Neuwied planen derzeit die nächste Regionale Pflegekonferenz.
Sie ist das maßgebende Gremium für die pflegerische Angebotsstruktur im
Landkreis Neuwied. Dort geht es vor allem darum, welche Lehren aus der Krise
gezogen werden können und müssen.
In Vorbereitung
der nächsten Konferenz hatte Mahlert Kontakt mit der Leitungsebene von zwei
Senioreneinrichtungen im Landkreis Neuwied aufgenommen. Die Fragestellung hier
war: „Was können wir aus der Krise lernen und was können wir tun, um zukünftig
besser vorbereitet zu sein?“ Anette Scholl, Einrichtungsleiterin des
Seniorenzentrums St. Suitbertus Rheinbrohl und des Seniorenzentrums St.
Elisabeth Bad Hönningen und Hermann-Josef Thiel, verantwortlicher Vertreter der
Katharina Kasper Gruppe als Träger der beiden Senioreneinrichtungen, empfingen
die Vertreter der Kreisverwaltung Neuwied.
Anette Scholl
und Hermann-Josef Thiel machten deutlich, dass in den letzten Wochen alle
Aktivitäten in den Seniorenzentren dem Gesundheitsschutz der Bewohnerinnen und
Bewohner und der Mitarbeiterschaft gegolten haben. Gemeinsam habe man sich
besonderen Herausforderungen stellen müssen. Dabei haben die
Einsatzbereitschaft und der Teamgeist der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beider Häuser besonders beeindruckt. Kontaktverbote und Betretungsverbote haben
für die Bewohnerinnen und Bewohner erhebliche Einschränkungen und Veränderungen
im Alltag mit sich gebracht.
Kurzfristig
wurde daher der Sozialdienst aufgestockt, damit noch mehr
Beschäftigungsangebote, wie die Aufstockung der Einzelbetreuungen, begleitete
Spaziergänge, Hilfestellung bei Videotelefonie oder zusätzliche gesellige
Runden, unterbreitet werden konnten.
Als besonders
problematisch habe sich die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung
dargestellt. Eine weitere Herausforderung habe die Umsetzung der seit Beginn
der Coronakrise mehrfach geänderten Verordnungen des Landes und Richtlinien des
Robert-Koch-Instituts dargestellt. Mit geringem zeitlichem Vorlauf mussten
erforderliche Maßnahmen organisiert und kommuniziert werden, die von allen
Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität forderten. Einem wichtigen Thema
widmeten sich die Einrichtungen mit der Vorbereitung von erforderlichen
Schutzmaßnahmen, damit die Bewohnerinnen und Bewohner wieder Besuche von
Angehörigen empfangen können.
Als Fazit des
Treffens wurde festgehalten, dass für die Zukunft zwei Aspekte besonders
wichtig sind, um solchen Krisensituationen begegnen zu können: Die
Sicherstellung von ausreichend Schutzmaterialien für alle in der Pflege aktiven
Dienste und Einrichtungen zu einem angemessenen Preis sowie eine frühzeitige
Information über anstehende Änderungen der Vorschriften, damit eine
verantwortungsvolle Umsetzung der Maßnahmen ermöglicht wird.
Michael Mahlert
betonte: „Wir möchten auch aus den Erkenntnissen der letzten Wochen lernen und
die vielfältigen Erfahrungen der Pflegeeinrichtungen im Landkreis Neuwied in
die Regionale Pflegekonferenz und unsere interaktive Pflegestrukturplanung
einbringen“. Er hielt fest, auch wenn der Landkreis Neuwied nicht in allen
Konstellationen unmittelbar helfen könne, dass die Regionale Pflegekonferenz
als das Gremium verstanden wird, in dem die Ereignisse und die damit
einhergehenden Auswirkungen sowie Erfahrungen der letzten Wochen gesammelt und
bewertet werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse und Forderungen würden dann
an die maßgeblichen Stellen weitergegeben.