Im Landkreis Neuwied gab es am Sonntag den
ersten Corona-Todesfall zu registrieren, die Anzahl der bestätigten Corona Infektionen
ist auf 87 weiter angestiegen. Bei dem Todesfall handelt es sich um einen
93-jährigen Mann, der mit Vorerkrankung im DRK Krankenhaus Neuwied zur
Behandlung war. Parallel laufen derzeit Planungen zur Sicherung der
medizinischen Versorgung sowie die Sicherstellung von genügend Schutzkleidung.
„Bei steigenden Zahlen von schwer Erkrankten, müssen wir mit den Krankenhäusern
in enger Abstimmung stehen und den Betrieb sicherstellen,“ betont Landrat Achim
Hallerbach. Krisenstab und Lagezentrum koordinieren im Hintergrund alle
Maßnahmen und sorgen für eine weitere Betriebsfähigkeit der Fieberambulanz. „Immer
wieder melden niedergelassene Ärzte einen Mangel an Schutzkleidung und dass
keine ausreichende Versorgung über die Kassenärztliche Vereinigung erfolgt. In
begrenzten Mengen kann über den Landkreis momentan ausgeholfen werden, da
frühzeitig ein Zwischenlager eingerichtet wurde. Allerdings sind auch hier die
Ressourcen knapp,“ erklärt Landrat Hallerbach.
Bund und Länder haben am Sonntag gemeinsam
weitere einschränkende Maßnahmen beschlossen. Die neue Rechtsverordnung für
Rheinland-Pfalz (3. Corona Bekämpfungs-Verordnung) wird am Montag zwischen
17.30 Uhr und 18 Uhr veröffentlicht. Sie wird alle bisherigen
Rechtsverordnungen und Erlasse ersetzen. Die bisherigen Allgemeinen Verfügungen
sind dann hinfällig, da alles in der neuen Rechtsverordnung zusammengeführt
ist. Die neue Verordnung tritt Montag um 24 Uhr in Kraft und gilt bis zum 19.
April 2020.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind
angehalten, die Kontakte außerhalb des Hausstands auf ein absolut nötiges
Minimum zu reduzieren und einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen
einzuhalten. Des Weiteren werden nun alle Gastronomiebetriebe geschlossen, mit
Ausnahme von Lieferservice und Abholung. Auch werden Dienstleistungsbetriebe
wie Friseure und Kosmetikstudios geschlossen. Es wird nochmal betont, dass
Gruppen feiernder Menschen angesichts der ernsten Lage inakzeptabel sind.
Die Landesregierung kommt der Forderung
der Landräte nach und hat ein Soforthilfeprogramm für die Kommunen mit einem
Umfang von 100 Mio. Euro aufgelegt. Die Landräte begrüßen diese Hilfe und sind
sich einig, dass auch für die Unternehmen ein schnelles Hilfsprogramm notwendig
ist. Hierzu sind sie aktuell in enger Abstimmung mit der Landesregierung.
„Unsere Unternehmen brauchen jetzt liquide Mittel und keine Kredite. Dies muss
unbürokratisch und zeitnah erfolgen, vergleichbar wie in Bayern“, betont
Landrat Hallerbach.
Die Fieberambulanz in Neuwied bleibt täglich
von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Seit vergangenen Montag wurden bereits 660 Personen
getestet. Dr. Corinna Trapp vom Neuwieder Gesundheitsamt weist aber nochmals darauf
hin, dass in der Fieberambulanz keine Behandlung stattfindet, sondern nur der
Test abgestrichen wird. Das Ergebnis des Tests wird anschließend unaufgefordert
den Betroffenen persönlich oder per E-Mail durch das Gesundheitsamt mitgeteilt.
Ein Anruf über die Corona-Hotline 02631 803888 ist hier nicht notwendig und
dient der Entlastung der Hotline. „Wir bitten auch darum den Notruf 112 nur für
Notfälle zu nutzen und nicht für Rückfragen zu Corona-Themen“, so
Pressesprecher Tim Wessel. Am Wochenende hatte es vermehrt Anrufe in den
Rettungsleitstellen gegeben, da die Hotline vom ärztlichen Bereitschaftsdienst
zeitweise Überlastet war. Je nach Anrufaufkommen kann es bei den Hotlines zu
längeren Wartezeiten kommen.
Aktuelle Informationen und Hinweise gibt es auch auf der Homepage der Kreisverwaltung (www.kreis-neuwied.de). Die Informationen werden bei Änderungen ständig aktualisiert.