Die Wirtschaftsförderungen der drei „Wir Westerwälder“-Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis bieten seit 2025 gemeinsam mit der Universität Siegen ein Praxissemester an. Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Westerwald“ untersuchen Studierende die Innovations- und Transformationsfähigkeit hiesiger Betriebe. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten einen unvoreingenommenen Blick von außen, eine Experteneinschätzung und konkrete Handlungsempfehlungen.
Das Sommersemester 2026 wurde kürzlich mit der Übergabe der Zertifikate durch Landrat Klaus Lütkefedder bei der Firma Zilonis in Müschenbach abgeschlossen. Lütkefedder betonte Bedeutung einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis. Beim Rundgang durch die Produktion wies er die angehenden Absolventen der Uni Siegen darauf hin, dass es in den drei Landkreisen über 22.000 Unternehmen gibt, darunter rund 40 Weltmarktführer. Außerdem seien in der Region Arbeiten und Leben hervorragend in Einklang zu bringen.
Dem stimmte auch Musa Smakaj, einer der drei Geschäftsführer bei Zilonis, zu. Gerade das Thema der Transformation in Bezug auf die Veränderungen, die KI für den Arbeitsalltag und die zukünftigen Prozesse bedeute, treibe aktuell viele Unternehmen um. Die Studierenden zeigten sich in der Diskussionsrunde zuversichtlich und waren mehrheitlich der Ansicht, dass in den Veränderungen auch große Chancen lägen. Wünschen würden sie sich, dass es nach der Hochschule mehr Möglichkeiten gäbe, um die oft geforderte mindestens zweijährige Berufserfahrung zu sammeln.
Angebote wie die Zukunftswerkstatt seien da ein guter Baustein, der auch noch Spaß mache, hieß es aus der Runde.
Die Studierenden konzipieren Fragebögen, erheben Daten, werten diese aus und leiten daraus Handlungsbedarf und Maßnahmenvorschläge ab. Diese werden dem untersuchten Betrieb vorgestellt und durch ein Expertengespräch mit Robert Kebbekus, dem Leiter der Zukunftswerkstatt, ergänzt. Im Rahmen dieser Analyse werden nützliche Handlungs- und Verhaltensempfehlungen für die Unternehmen erarbeitet, um die aktuelle Innovations- und Transformationsfähigkeit einzuschätzen und mögliche Optimierungen für die Zukunft vorzunehmen.
In diesem Semester waren die Praxispartner die Westerwald-Brauerei, Scholl Apparatebau, ABUS, Alhäuser & König, und HUF HAUS. Zilonis hatte 2023 teilgenommen. Ihnen allen dankten Katharina Schlag, Geschäftsführerin der wfg, und Robert Kebbekus, ebenso wie den Studierenden. Ohne deren Engagement sei dieses Format nicht umsetzbar, waren sie sich einig. Damit verbanden die beiden direkt den Hinweis auf das nun beginnende Wintersemester 2026/2027, für das noch Partner gesucht werden:
Interessierte Unternehmen, die mehr über das Projekt wissen möchten, können sich an Robert Kebbekus, robert.kebbekus@uni-siegen.de sowie an die jeweiligen Wirtschaftsförderungen in den drei Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis wenden.